Es gab keinen einzelnen Tag, an dem ich plötzlich aufgewacht bin und wusste: Jetzt ändere ich mein ganzes Leben.
Es war ein langer Weg.
Viele Jahre habe ich funktioniert. Ich habe gearbeitet, Verantwortung getragen und versucht, für meine Familie da zu sein. Von außen sah vieles normal aus. Doch in mir wurde der Druck immer größer.
Ich hatte bereits schwierige Phasen hinter mir. Alkohol, finanzielle Probleme und viele Entscheidungen, die mein Leben geprägt haben. Ich bin seit vielen Jahren trocken. Auch meine Insolvenz habe ich abgeschlossen. Ich dachte lange, damit hätte ich die größten Kämpfe hinter mir.
Doch mein Körper zeigte mir etwas anderes.
Als mein Körper die Grenze zog
Im Sommer 2026 ging plötzlich nichts mehr.
Ich bekam Schwindel, Herzrasen, zittrige Beine und starke Angst. Teilweise kamen diese Zustände mehrmals am Tag. Ich wusste nicht, was mit mir geschah. Ich hatte Angst, dass körperlich etwas Ernstes nicht stimmt.
Später erhielt ich die Diagnose Burnout und Panikattacken.
Diese Diagnose war für mich kein Schlusspunkt. Sie war ein Warnsignal.
Ich musste mir eingestehen, dass ich zu lange über meine Grenzen gegangen war. Ich hatte Stress ausgehalten, Sorgen verdrängt und immer wieder weitergemacht.
Doch so wollte ich nicht mehr leben.
Ich wollte nicht nur zurück in mein altes Leben
Mein erstes Ziel war natürlich, wieder gesund zu werden.
Doch ich merkte schnell: Ich will nicht einfach wieder dorthin zurück, wo ich vorher war. Denn genau dieses Leben hatte mich an diesen Punkt gebracht.
Ich musste mehr verändern als meinen Tagesablauf.
Ich musste neu darüber nachdenken, was mir wichtig ist. Wie ich arbeiten möchte. Wie viel Zeit ich mit meiner Familie verbringen will. Was Gesundheit für mich bedeutet. Und wie ich die nächsten Jahre meines Lebens gestalten möchte.
Mit 56 Jahren stand ich plötzlich vor einer einfachen Frage:
Will ich mein bisheriges Leben nur reparieren oder will ich ein neues aufbauen?
Meine Antwort war klar.
Ich will ein zweites Leben.
Ein Neuanfang bedeutet nicht, alles wegzuwerfen
Ich laufe nicht vor meiner Vergangenheit davon.
Sie gehört zu mir.
Meine Fehler gehören zu mir. Meine Rückschläge gehören zu mir. Aber auch die Dinge, die ich geschafft habe, gehören zu mir.
Ich habe den Alkohol hinter mir gelassen. Ich habe eine Insolvenz durchgestanden. Ich habe gelernt, Verantwortung zu übernehmen. Und jetzt lerne ich, besser auf mich selbst zu achten.
Ein Neuanfang bedeutet für mich nicht, dass alles Alte schlecht war.
Er bedeutet, dass ich bewusst entscheide, was bleiben darf und was sich ändern muss.
Warum ich meine Geschichte öffentlich erzähle
Ich hätte diesen Weg auch still für mich gehen können.
Doch ich weiß, wie viele Menschen in einem Leben feststecken, das ihnen nicht mehr guttut. Viele denken, sie seien zu alt für einen Neuanfang. Andere glauben, sie hätten zu viele Fehler gemacht.
Ich kenne diese Gedanken.
Deshalb erzähle ich meine Geschichte.
Nicht, weil ich bereits alle Antworten habe. Nicht, weil bei mir schon alles funktioniert. Und nicht, weil ich anderen erklären will, wie sie leben sollen.
Ich dokumentiere meinen Weg, während ich ihn gehe.
Mit Fortschritten. Mit Rückschlägen. Mit Zweifeln. Und mit kleinen Schritten.
Was sich für mich ändern soll
Ich möchte gesünder leben und Stress früher erkennen.
Ich möchte wieder mehr Kontrolle über meine Zeit haben.
Ich möchte etwas Eigenes aufbauen, das zu meinem Leben und meinen Erfahrungen passt.
Ich möchte Menschen erreichen, die ebenfalls vor einer Veränderung stehen.
Und ich möchte beweisen, zuerst mir selbst, dass ein Neuanfang kein Alter kennt.
Ich weiß nicht, wohin dieser Weg mich führt.
Aber ich weiß, warum ich ihn begonnen habe.
Ich habe alles verändert, weil ich nicht mehr nur funktionieren wollte.
Ich wollte wieder leben.
Und genau darum geht es bei Projekt Zweites Leben.
