Deine Website ist kein fertiges Projekt: Warum du nach dem Start weiter aufräumen solltest
Die Website steht.
Startseite fertig.
Über mich Seite fertig.
Erste Blogbeiträge veröffentlicht.
Vielleicht läuft schon ein Newsletter.
Dann kommt schnell der Gedanke:
Geschafft. Jetzt brauche ich nur noch neue Inhalte.
Genau hier beginnt ein Teil der Arbeit, den ich am Anfang leicht unterschätzen würde.
Eine Website wächst.
Mit jedem neuen Beitrag kommen Links, Bilder, Kategorien und Seiten dazu.
Was heute ordentlich aussieht, wirkt einige Monate später schnell unübersichtlich.
Deshalb gehört für mich zur Website Arbeit auch das regelmäßige Aufräumen.
Warum eine Website mit der Zeit unübersichtlich wird
Am Anfang kennst du jede Seite.
Du weißt, wo jeder Link hinführt.
Du kennst jeden Beitrag.
Nach einigen Monaten sieht das anders aus.
Vielleicht hast du einen alten Beitrag überarbeitet.
Eine Seite umbenannt.
Ein Produkt entfernt.
Eine neue Kategorie angelegt.
Einen Download ersetzt.
Dann bleiben an anderen Stellen alte Verweise zurück.
Kleine Fehler sammeln sich
Typische Beispiele:
- Ein Link führt auf eine nicht mehr vorhandene Seite.
- Zwei Beiträge behandeln fast dasselbe Thema.
- Ein alter Beitrag nennt Angaben, die nicht mehr stimmen.
- Ein Menüpunkt passt nicht mehr zur aktuellen Struktur.
- Ein Beitrag hat keine internen Links.
- Ein Bild hat keinen passenden Alt Text.
- Eine Kategorie enthält nur einen einzelnen Beitrag.
- Eine Seite lässt sich auf dem Smartphone schlecht lesen.
Keiner dieser Punkte zerstört deine Website.
Zusammen machen sie die Nutzung aber schwieriger.
Prüfe zuerst deine wichtigsten Seiten
Du musst nicht jeden Monat deine komplette Website kontrollieren.
Beginne mit den Seiten, die für dein Projekt wichtig sind.
Dazu gehören oft:
- Startseite
- Über mich oder Meine Geschichte
- Blog
- Kontakt
- Newsletter Anmeldung
- Produktseiten
- Empfehlungsseiten
Öffne diese Seiten wie ein Besucher.
Nicht wie derjenige, der sie gebaut hat.
Stelle dir drei Fragen
Verstehe ich sofort, worum es hier geht?
Finde ich den nächsten sinnvollen Schritt?
Funktioniert alles, was ich anklicken soll?
Wenn eine Antwort Nein lautet, hast du eine konkrete Aufgabe.
Prüfe deine Navigation
Eine Website wächst oft schneller als ihr Menü.
Neue Bereiche kommen hinzu.
Alte verschwinden.
Das Menü bleibt trotzdem gleich.
Öffne deshalb regelmäßig deine Navigation.
Prüfe jeden Menüpunkt.
Frage dich:
Braucht ein neuer Besucher diesen Punkt?
Ist die Bezeichnung verständlich?
Führt der Link zur richtigen Seite?
Gibt es zwei Punkte, die fast dasselbe bedeuten?
Fehlt eine wichtige Seite?
Ein Menü soll Orientierung geben.
Es soll nicht zeigen, wie viele Seiten du gebaut hast.
Prüfe interne Links
Interne Links verbinden deine eigenen Inhalte miteinander.
Du schreibst zum Beispiel einen neuen Beitrag über Newsletter.
Auf deiner Website gibt es bereits einen Beitrag über den Aufbau einer E Mail Liste.
Dann passen beide Inhalte zusammen.
Verlinke sie.
Prüfe auch die andere Richtung
Der neue Beitrag verweist auf den alten.
Aber verweist der alte Beitrag auch auf den neuen?
Das wird leicht vergessen.
Deshalb lohnt sich nach jeder Veröffentlichung eine kurze Prüfung:
Welche älteren Beiträge passen zum neuen Inhalt?
Dort kannst du einen sinnvollen internen Link ergänzen.
Aktualisiere alte Beiträge
Nicht jeder alte Beitrag muss neu geschrieben werden.
Manche brauchen nur kleine Änderungen.
Prüfe besonders Inhalte mit Angaben, die sich ändern.
Dazu gehören:
- Preise
- Software Funktionen
- Anbieter
- Produktverfügbarkeit
- rechtliche Angaben
- externe Links
- technische Anleitungen
Wenn du eine aktuelle Zahl nicht sicher kennst, prüfe sie vor der Änderung an der passenden Quelle.
Rate nicht.
Prüfe externe Links
Du empfiehlst ein Buch.
Der Link funktioniert heute.
In einigen Monaten ist die Ausgabe nicht mehr verfügbar.
Oder ein Anbieter ändert seine Seite.
Dann führt dein Link ins Leere.
Das betrifft auch Affiliate Links.
Prüfe bei Affiliate Links zusätzlich:
Gibt es das Angebot noch?
Stimmt deine Beschreibung noch?
Stimmt ein genannter Preis noch?
Gehört der Anbieter noch zum Partnerprogramm?
Ist die Werbung klar gekennzeichnet?
Ein alter Affiliate Link bringt dir nichts, wenn er den Leser auf eine falsche Seite führt.
Prüfe deine Kategorien
Kategorien helfen beim Sortieren.
Zu viele Kategorien machen das Gegenteil.
Vielleicht hast du beim Start für jedes Thema eine eigene Kategorie angelegt.
Nach einigen Monaten merkst du:
In einer Kategorie liegen zehn Beiträge.
In einer anderen nur einer.
Dann lohnt sich eine Prüfung.
Frage dich:
Beschreibt die Kategorie einen wichtigen Themenbereich?
Werden dort weitere Beiträge entstehen?
Versteht ein Besucher den Namen?
Überschneidet sie sich mit einer anderen Kategorie?
Ändere eine bestehende Struktur nicht vorschnell.
Prüfe zuerst, welche Beiträge und internen Links davon betroffen sind.
Prüfe die Darstellung auf dem Smartphone
Du arbeitest an deiner Website oft am Computer.
Viele Besucher sehen sie auf einem Smartphone.
Deshalb reicht die Desktop Ansicht nicht.
Öffne deine wichtigsten Seiten auf einem echten Smartphone.
Prüfe:
- Ist die Schrift gut lesbar?
- Funktioniert das Menü?
- Sind Buttons gut erreichbar?
- Ragen Bilder oder Inhalte über den Rand?
- Sind Abstände passend?
- Lassen sich Formulare gut bedienen?
- Gibt es unnötig große leere Flächen?
Ein Fehler fällt auf dem Smartphone oft schneller auf als im Editor.
Prüfe Formulare selbst
Ein Newsletter Formular sieht gut aus.
Das bedeutet noch nicht, dass der gesamte Ablauf funktioniert.
Teste ihn.
Bei einem Newsletter gehören dazu:
- Formular ausfüllen.
- Anmeldung absenden.
- Bestätigungsmail öffnen.
- Anmeldung bestätigen.
- Prüfen, ob die erwartete Nachricht ankommt.
- Alle Links öffnen.
- Darstellung auf dem Smartphone prüfen.
Mach diesen Test mit einer eigenen Testadresse.
So siehst du den Ablauf aus Sicht eines neuen Lesers.
Prüfe deine Suchmaschinen Angaben
Auch die Suchmaschinenoptimierung braucht Pflege.
Bei einem überarbeiteten Beitrag solltest du prüfen:
- Seitentitel
- Meta Beschreibung
- Fokus Keyword
- Überschriften
- interne Links
- Alt Texte der Bilder
- URL
Ändere eine bereits veröffentlichte URL nicht leichtfertig.
Bestehende Links und Suchmaschineneinträge können davon betroffen sein.
Erstelle dir einen festen Website Check
Du brauchst dafür keinen ganzen Arbeitstag.
Teile die Prüfung auf.
Ein einfacher monatlicher Ablauf
Woche 1:
Startseite und Navigation prüfen.Woche 2:
Fünf ältere Blogbeiträge öffnen und Links kontrollieren.Woche 3:
Formulare, Newsletter und Downloads testen.Woche 4:
Produktseiten, Empfehlungen und mobile Darstellung prüfen.Im nächsten Monat geht es mit den nächsten älteren Beiträgen weiter.
So wächst die Aufgabe nicht zu einem riesigen Berg.
Nicht jede Verbesserung braucht ein neues Werkzeug
Wenn etwas auf deiner Website nicht passt, ist die erste Reaktion schnell:
Ich brauche ein neues Plugin.
Das stimmt oft nicht.
Prüfe zuerst deine vorhandenen Werkzeuge.
Vielleicht lässt sich die Aufgabe damit bereits erledigen.
Jedes zusätzliche Plugin bringt weitere Einstellungen und Pflege mit.
Deshalb würde ich zuerst fragen:
Was genau möchte ich ändern?
Kann meine bestehende Website das bereits?
Erst danach lohnt sich die Suche nach einem weiteren Werkzeug.
Aufräumen gehört zum Aufbau
Eine Website ist nie an dem Punkt fertig, an dem du sie einfach vergessen kannst.
Inhalte verändern sich.
Produkte verändern sich.
Dein Projekt verändert sich.
Und auch du lernst weiter.
Deshalb gehört Pflege für mich zum Aufbau eines Online Business.
Du musst nicht ständig alles neu gestalten.
Oft reicht etwas viel Einfacheres:
Prüfen.
Aufräumen.
Aktualisieren.
Verlinken.
Testen.
Und erst danach den nächsten neuen Baustein hinzufügen.

